Frischluft als Dauergast

Für das richtige Lüften gibt es kein Patentrezept. Zum einen wegen der Vielzahl an Faktoren, von der die relative Luftfeuchtigkeit abhängt, also auch vom Lüftungsbedarf und zum anderen, weil jedes Haus und jede Wohnung anders aufgebaut ist. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Arten von Lüftungssystemen: die freie Lüftung und die ventilatorgestützte Lüftung.

Freie Lüftung

Als freie Lüftung bezeichnet man alle Lüftungsarten, die ohne maschinelle Unterstützung funktionieren, wie beispielsweise das Querlüften. Dabei wird der Druckunterschied auf den verschiedenen Gebäudeseiten genutzt, die Luft strömt durch geöffnete Fenster oder Lüftungselemente auf der einen Seite des Gebäudes herein und auf der anderen hinaus. So lässt sich die Feuchtigkeit aus den Wohnräumen abführen. Bei der Schachtlüftung wird ein Unterdruck in den Wohnräumen erzeugt, so dass frische Luft durch Lüftungselemente nachströmt und die feuchte Luft über den Schacht abgeführt wird.

Ventilatorgestützte Lüftung

Ventilatorgestützte Luftsysteme saugen die Luft aus der Wohnung heraus, so dass Feuchtigkeit kontrolliert abgeführt werden kann. In den Fenstern integrierte Lüftungselemente sorgen dafür, dass frische Luft in die Wohnung einströmt und somit kein Druckunterschied ent­steht. In Kombination mit hochdämmenden Fenstern und Wärmerück­gewinnungssystemen können Häuser in Passiv­haus­bauweise realisiert werden.

Die verschiedenen Lüftungsarten

Luüftungsarten

Taupunkttemperatur

Da die Luftfeuchtigkeit 100% nicht übersteigen kann, gibt es einen Punkt, an dem die Luft keine Feuchtigkeit mehr aufnimmt sondern die Feuchte aus der Luft ausfällt. Da dieser Wert abhängig ist von der Temperatur, spricht man hier von der Taupunkttemperatur, also der Lufttemperatur, bei der die relative Luftfeuchte 100% beträgt und damit der Tauwasserfall beginnt.

So liegt die Taupunkttemperatur von 20°C warmer Luft und einer relativen Luftfeuchte von 50% bei 9,3°C. Sprich, kühlt die Luft auf weniger als 12,6°C ab, steigt die Luftfeuchtigkeit auf über 80% und die Gefahr der Schimmelpilzbildung besteht.

Vermeidung von Tauwasser- und Schimmelpilzbildung

Innenlufttemperatur

KBE-Lüftungstipp

Vier Lüftungsstufen bei Gebäuden

In der neuen Wohnungs-Lüftungsnorm DIN 1946-6 wird zwischen insgesamt vier Lüftungsstufen unterschieden, die dafür sorgen, dass in Gebäuden immer eine gute Raumluftqualität vorherrscht und die Luftfeuchtigkeit reguliert wird.

Die „Lüftung zum Feuchteschutz“ ist eine nutzerunabhängige Lüftungsart, die einer Vermeidung von Feuchteschäden im Haus, z.B bei zeitweiliger Abwesenheit wie Urlaub, dient und damit die Bausubstanz des Gebäudes erhält.
Unter der „Reduzierten Lüftung“ versteht man eine Lüftung, die den Luftaustausch während zeitweiliger Abwesenheit wie Arbeit sicherstellt.

Als „Nennlüftung“ wird die Lüftung bezeichnet, die notwendig ist, um den hygienischen Anforderungen und dem Bautenschutz bei Anwesenheit der Nutzer gerecht zu werden.

Mit der „Intensivlüftung“ wird die Lüftung zum Abbau von Lastspitzen bezeichnet, wie sie beispielsweise nach einem Fest mit vielen Gästen entstehen.


Eckpunkte der neuen DIN-Norm 1946-6

Die neue DIN 1946-6 gilt sowohl für die freie als auch für ventilatorgestützte Lüftung von Wohnungen und gleichartig genutzten Raumgruppen, sogenannten Nutzungseinheiten.

Instandsetzung/Modernisierung eines bestehenden Gebäudes gemäß der DIN 1946-6 lüftungstechnisch relevant ist, hängt ab von der Anzahl der auszutauschenden Fenster bzw. der abgedichteten Dachfläche. Ausgehend von einem für den Gebäudebestand anzusetzenden n50-Wert von 4,5 h-1 muss ein Lüftungskonzept erstellt werden, wennIn

  • in einem Mehrfamilienhaus mehr als 1/3 der vorhandenen Fenster ausgetauscht werden,

  • in einem Einfamilienhaus mehr als 1/3 der vorhandenen Fenster ausgetauscht bzw. mehr als 1/3 der Dachfläche abgedichtet werden.

Für die Lüftung von fensterlosen Räumen, die unter die Bauaufsichtlichen Richtlinien für die Lüftung fensterloser Küchen, Bäder und Toilettenräume in Wohnungen fallen, gilt dabei zusätzlich die DIN 18017-3.


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PDFKBE Lüftungsprospekt
(PDF 2,1MB)

PDFRaumklima - Richtig lüften
(PDF 309KB)